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Autor

Prof. Dr. Christian Spatscheck
Hochschule Bremen, Fakultät Gesellschaftswissenschaften
Neustadtswall 30, 28199 Bremen
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Methoden der Sozialraum- und Lebensweltanalyse im Kontext der Theorie- und Methodendiskussion der Sozialen Arbeit

Christian Spatscheck

1. Ist Sozialraumorientierung eine Methode der Sozialen Arbeit?

In der aktuellen Fachdiskussion wird die Sozialraumorientierung immer wieder als eine Handlungsmethode der Sozialen Arbeit betrachtet; auch die neueste Auflage des Standardwerkes „Methoden der Sozialen Arbeit“ (vgl. Galuske 2007, 276-292) stellt die Sozialraumorientierung als eine der Handlungsmethoden vor. Ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass diese Einschätzung nur eingeschränkt haltbar ist.

Der Begriff der Sozialraumorientierung ist ein sehr schillernder Terminus, der je nach Theorie- oder Entstehungskontext sehr unterschiedlich verstanden wird. Insbesondere folgende Bedeutungszusammenhänge sind erkennbar:

  • Sozialraumorientierung als ein Arbeitsprinzip der kleinräumigen Neujustierung fachlichen Handelns zur Verbesserung der Angebote der Sozialen Arbeit (vgl. Kessl/Reutlinger 2007, 42)
  • Sozialraumorientierung als Ermöglichung und Gestaltung von Lern- und Erfahrungsfeldern für subjektive Aneignungs-, Lern- und Partizipationsprozesse für Kinder und Jugendliche verstanden (vgl. Deinet/Reutlinger 2004; 2006, Böhnisch/Münchmeier 1990)
  • Sozialraumorientierung als administrativ begründete Hinwendung zu Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf unter besonderer Perspektive der Stadtentwicklung (vgl. Deinet 2007, 45; Kessl/Reutlinger 2007, 15)
  • Sozialraumorientierung als generelles Fachkonzept zur besseren Entwicklung und Steuerung von Angeboten sowie zur Gestaltung von Lebenswelten und Arrangements in Wohngebieten (vgl. Hinte 2006, 8f.; Budde/Früchtel/Hinte 2006)

Bereits diese Aufstellung verdeutlicht, dass mit dem Begriff der Sozialraumorientierung weit mehr als eine Handlungsmethode bezeichnet wird. Handlungsmethoden beschreiben begründete und systematische Verfahren für eine möglichst optimale Zielerreichung beim fachlichen Handeln (vgl. Engelke 2004, 200f.). Der Begriff der Sozialraumorientierung geht weit darüber hinaus, er beschreibt neben Verfahren auch die Rahmenbedingungen, Orientierungen und Haltungen beim methodischen Handeln. Insofern scheint die Einschätzung von Kessl und Maurer passender, diese verstehen Sozialraumorientierung als einen übergreifenden Bezugspunkt für die allgemeine Theoriebildung und das fachliche Handeln der Sozialen Arbeit (vgl. Kessl/Maurer 2005, 111). Damit liegen sie sehr nahe beim Begriff des Paradigmas. Nach Kuhn (zitiert in Engelke 2004, 212) orientieren die AnhängerInnen eines Paradigmas ihre Tätigkeiten an denselben Mustern, Modellen, Werten, Regeln und Methoden. Diese Orientierungen bilden letztlich auch die genannten übergreifenden Bezugspunkte für die Sozialraumorientierung, insofern scheint auch die Sozialraumorientierung am schlüssigsten mit der Kategorie des Paradigmas beschrieben zu sein.

2. Sozialraum- und Lebensweltanalysen: Der spezielle „sozialräumliche Blick“

Sozialräume bestehen letztlich immer aus einer Doppelstruktur, die sich in zwei unterschiedliche, aber dennoch zusammenhängende Perspektiven aufteilen lässt. (vgl. Deinet (2007, 113-120):

  • Zum einen die materielle Struktur eines Sozialraums, abgebildet in sozialstrukturellen Daten zur sozioökonomischen Situation, Wohnsituation und Bebauungsstruktur, Familienstruktur, Bildungssituation, Häufigkeit der Nutzung von Angeboten der Ämter, Identifizierung sozialer Brennpunkte, etc. Hier werden die materiell-objektiven Rahmen- und Lebensbedingungen in einem sozialen Raum quantitativ und administrativ erfasst, etwa bei der Jugendhilfeplanung, letztlich steht hier die top-down Perspektive aus Verwaltungsperspektive im Vordergrund. Bei Sandermann/Urban (2007, 44) wird diese Perspektive auch als „sozialgeografisch-infrastrukturell ausgerichtete Ebene“ bezeichnet.
  • Zum anderen die Perspektive der BewohnerInnen und Akteure, die ihre Sozialräume als Aneignungsräume verstehen. Hier steht vor allem die subjektive und qualitative Dimension von Sozialräumen im Vordergrund, diese wird anhand individueller Bedeutungs- und Handlungszusammenhänge deutlich, die auch mit dem Begriff der Lebenswelt erfassbar werden (vgl. Deinet 2006; 2007; Deinet/Krisch 2006). Hier stehen die handelnden Subjekte im Vordergrund, die ihre Lebenswelten aus der bottom-up Perspektive betrachten. Bei Sandermann/Urban (2007, 47) wird diese Perspektive auch als „aneignungstheoretisch-subjektorientierte Ebene“ bezeichnet.

Als Verschränkung dieser beiden Dimensionen wird im sozialräumlichen Paradigma eine grundsätzlich interaktive Perspektive betont: Soziale Räume sind keine fertig vorgegebenen „Container“ sondern relationale Anordnungen von Lebewesen und sozialen Gütern und Strukturen an bestimmten Orten, die dynamisch und interaktiv veränderbar sind (vgl. Löw 2001, 271; 2006, 10ff; Kessl/Reutlinger 2007, 21). Im Prozess des „Spacing“ eignen sich Menschen die materiell vorgefundenen Orte an, gehen dabei untereinander Beziehungen ein und machen damit letztlich erst Orte zu Räumen mit einer eigenen Qualität (vgl. Deinet 2006, 59). In diesem Sinne können an einem Ort auch mehrere soziale Räume bestehen und auch schnell wieder verschwinden. Sozialräume in diesem Sinne sind immer auch Gesellschafts- und Handlungsräume (vgl. Kessl/Reutlinger 2007, 23).

Um der speziellen sozialräumlichen Dynamik gerecht zu werden, müssen Sozialraum- und Lebensweltanalysen so konzipiert werden, dass sie dieses interaktive und relative Zusammenspiel von Individuen mit ihrer Sozialstruktur erfassen. Das Konzept des sozialen Raums dient hierbei als anschaulicher Begriff und als Metapher für eine Verortung dieser Prozesse. Die soziale Vernetzung von Menschen und deren gegenseitige Angewiesenheit werden hier unter räumlicher Perspektive gewissermaßen neu gelesen und interpretiert. Dieser „spatial turn“ ist zurzeit nicht nur in der Sozialen Arbeit vorzufinden, insbesondere in den Sozial- und Kulturwissenschaften erleben Raumtheorien eine besondere Anerkennung in den verschiedenen Disziplinen (vgl. Dünne/Günzel 2006; Bachmann-Medick 2006, 284-328; Kessl et al. 2005). Mit der Betrachtung sozialer Räume als relationale Objekte erfolgt eine Abkehr von individualistisch verkürzten Betrachtungsmodellen genauso wie von holistisch geprägten Modellen einer Gesellschaft ohne Individuen (vgl. Staub-Bernasconi 2007, 160).

Implizit knüpfen die VertreterInnen sozialraumorientierter Ansätze an zahlreiche Paradigmen und Traditionen des vernetzen Denkens in der Sozialen Arbeit an. Jane Addams (1860-1935) dachte und handelte bei ihrer Arbeit in den Settlements von Chicago bereits Ende des 19. Jahrhunderts eindeutig sozialräumlich (vgl. Engelke/Borrmann/Spatscheck 2008, 187-203). Die Feldtheorie Kurt Lewins beeinflusste später verschiedene sozialräumliche Konzepte der Sozialen Arbeit, etwa bei Dieter Baacke (1984, 85ff.) oder Ulrich Deinet (1987, 26-36). Im Konzept der „Person in der Umwelt“ (PIE - Person in Environment; vgl. Karls/Wandrei 1994; 1996; Pantucek 2005, 187) wird die Relevanz des Zusammenspiels von Individuum und Umwelt bei der sozialen Diagnostik und Hilfeplanung betont. VertreterInnen systemisch-konstruktivistischer Theorieansätze der Sozialen Arbeit (vgl. Kleve et al. 2006; Kleve 2007a; Kraus 2002; Hosemann/Geiling 2005) verweisen auf die Kontextabhängigkeit sozialer Sachverhalte und die wechselseitige Bedingung von Individuum und Umwelt. Im Systemtheoretischen Paradigma der Sozialen Arbeit (vgl. Staub-Bernasconi 2007, Obrecht 2001, Geiser 2007) wird die Verschränkung von Individuen als Biosysteme mit ihrer physischen und sozialen Umwelt mit dem Terminus „Mikro-Makro-Link“ (vgl. Bunge 1996, 149; Obrecht 2000, 215) hervorgehoben.

3. Sozialraum- und Lebensweltanalysen im Kontext des methodischen Handelns in der Sozialen Arbeit

Methodisch relevant werden Sozialraum- und Lebensweltanalysen dann, wenn sie im Kontext der Sozialen Arbeit als Arbeits- und Analysewerkzeuge eingesetzt werden. Wie Galuske (2007, 26ff.) verdeutlicht, findet methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit nicht in einem neutralen Raum statt sondern bezieht sich immer auf implizite oder explizite bestimmte Konzepte und Theoriemodelle, die die Ziele des Handelns im Sinne eines „woraufhin“ konkretisieren.

Dieses „woraufhin“ lässt sich am besten durch einen Rückverweis auf den Gegenstand Sozialer Arbeit erhalten. Eine in der Fachdebatte sehr weit verbreitete Gegenstandsbestimmung für die Soziale Arbeit ist jene der sozialen Probleme (vgl. Staub-Bernasconi 2007, 180; Engelke 2004; Puhl 1996, 175; Klüsche 1999, 37). Letztlich wäre im Kontext Sozialer Arbeit in zweierlei Hinsicht von sozialen Problemen zu sprechen (vgl. Staub-Bernasconi 2007: 180-187): Zum einen haben die in der Sozialen Arbeit behandelten Probleme immer eine soziale Dimension, die auf das Angewiesensein von Menschen auf ein förderliches soziales Umfeld verweist. Zum anderen werden soziale Probleme oft durch soziale Mechanismen, etwa sozial verbautem Zugang zu Ressourcen oder illegitime Machtverhältnisse, begründet. In diesem Sinne sind soziale Probleme praktische Probleme, die Individuen mit ihrer sozialen Einbindung und Position (Rollenstatus) in sozialen Systemen haben.

In der aktuellen Sozialraumdebatte wird zwischen fallspezifischer, fallübergreifender und fallunspezifischer Arbeit unterschieden (vgl. Galuske 2007, 281f.). Bezogen auf den Begriff der sozialen Probleme wäre die fallspezifische Arbeit die direkte Einzelfallarbeit, die an der Lösung oder Minimierung bereits vorliegender sozialer Probleme arbeitet. Dieses Konzept wäre in der Sozialen Arbeit vertreten durch die klassische Einzelfallhilfe, etwa bei den Angeboten der Hilfen zur Erziehung. Fallübergreifende und fallunspezifische Arbeit hingegen würde eher an der präventiven Verhinderung und Minimierung sozialer Probleme auf einer sozialstrukturellen und gemeinwesenbezogenen Ebene ansetzen, die über den Einzelfall hinausreicht, diese Perspektive wäre in der Sozialen Arbeit eher in der Jugend- und Gemeinwesenarbeit oder in fördernden Angeboten wie der Familienbildung üblich. Im Kontext des sozialräumlichen Paradigmas wird deutlich, dass eine Trennung in diese drei Arbeitsebenen nicht mehr länger haltbar ist, die wirksame Lösung und Verhinderung sozialer Probleme erfordert die verschränkte Perspektive aller drei Ebenen.

4. Handlungsprinzipien bei der professionellen Bewältigung sozialer Probleme

In der Sozialraumdebatte werden verschiedene Handlungsprinzipien betont, die für das methodische Handeln bei der Lösung sozialer Probleme orientierend verfolgt werden können. Während das unter a) genannte Handlungsprinzip vor allem von Ulrich Deinet (2006; Deinet/Reutlinger 2004), Richard Krisch (Deinet/Krisch 2006; Oehme/Beran/Krisch 2007) sowie Lothar Böhnisch und Richard Münchmeier (1990) vertreten wird, basieren die unter b) bis f) genannten Prinzipien auf Aufstellungen von Hinte (vgl. 2006, 9), die auch bei Budde und Früchtel (2006) bzw. Kleve (2007b, 104-110; implizit auch 2008, 86-91) übernommen wurden. Zusammenfassend lassen sich die sechs folgenden sozialräumlichen Handlungsprinzipien formulieren:

a) Aneignung erkennen, fördern und ermöglichen: Im Rückgriff auf den Sozialpsychologen Leontjew wird das grundlegende Interesse von Individuen betont, sich im Rahmen ihrer persönlichen Entwicklung und Lebensbewältigung die soziale und materielle Umwelt aktiv aneignen und dabei das soziale Zusammenleben in diesen Räumen aktiv zu gestalten. Insbesondere Kinder und Jugendliche verwenden dabei oft innovative Strategien der Aneignung, die ihr Umfeld verwundern und zu Konflikten mit Erwachsenen führen. Da Aneignungsprozesse immer auch Lern- und Bildungsprozesse sind, die dem zunehmenden Selbständigwerden, dem gemeinsamen entdeckenden Handeln und der aktiven und partizipativen Gestaltung sozialer Räume dienen, bieten diese wertvolle Potenziale und Lernfelder, die im Rahmen der Sozialen Arbeit gezielt gefördert und genutzt werden können (Deinet/Reutlinger 2004). Sozialräumliches Arbeiten bedeutet, die über die Aneignung gebildete Lebenswelt der AdressatInnen zunächst genau in den Blick zu nehmen und daran anknüpfend Aneignungsräume und Treffpunkte zu schaffen, die noch nicht fertig arrangiert sind, sondern gestaltbar bleiben und an den Interessen und Lebenslagen der AdressatInnen anknüpfen. Das Konzept der Aneignung hat besonders große Bedeutung für nicht-formelle und informelle Lernarrangements, wie sie etwa der Kinder- und Jugendarbeit oder der offenen Bildungsarbeit üblich sind (vgl. Deinet/Krisch 2006). Da Aneignungsprozesse jedoch in der Lebenswelt aller Kinder und Jugendlichen eine zentrale Rolle spielen, sollten diese auch in der Fallarbeit der Sozialen Arbeit sowie in formellen Lernarrangements noch eine deutlich stärkere Berücksichtigung finden.

b) Interessensorientierung wahren: Aus der bürgerorientierten Gemeinwesenarbeit lässt sich die Grundlegung ableiten, dass der Ausgangspunkt der Sozialen Arbeit immer der Wille und die Interessen der leistungsberechtigten Menschen sein sollte. Insofern müsste methodisches Handeln sich nicht verkürzt an den Wünschen einzelner SozialarbeiterInnen oder an vorschnell und naiv definierten Bedarfen orientieren, sondern die langfristigen Interessen der Betroffenen in den Vordergrund stellen.

c) Selbsthilfekräfte und Eigeninitiative zulassen und fördern: Beim sozialraumorientierten Handeln sollte die Aktivierung der eigenen Kräfte der AdressatInnen einen grundsätzlichen Vorrang von entmündigender oder rein betreuerischer Tätigkeit haben.

d) Ressourcenorientierung: Statt einer pessimistischen und manchmal auch schuldbeladenen Defizitorientierung sollten bei der Gestaltung von Hilfe die personalen und die im sozialräumlichen Umfeld verfügbaren Ressourcen die zentrale Grundlage bilden.

e) Zielgruppen- und bereichsübergreifende Orientierung: Anstelle bürokratisch organisierter Hilfeformen, die nur streng innerhalb der beteiligten Institutionen und Ämter verbleiben, sollten die Aktivitäten der Sozialen Arbeit zielgruppen- und bereichsübergreifend angelegt werden. Bei diesem auch als Entsäulung bezeichneten Vorgehen sollten nicht mehr die institutionellen Strukturen sondern die konkreten Bedarfe der AdressatInnen im Vordergrund stehen.

f) Kooperation und Koordination verschiedener Angebote: Eine zentrale Aufgabe für eine sozialräumliche Soziale Arbeit ist die Vernetzung und Integration verschiedener sozialer Dienste und Beteiligten bezogen auf die in der Fallsituation nötigen Formen. Diese Anforderung an funktionierende Einzelhilfen wird auch mit Flexibilisierung (vgl. Budde/Früchtel 2006, 37ff.) bezeichnet: Statt Hilfen „von der Stange“ sollen individuelle „Maßanzüge“ erstellt werden, die im kooperativen Verbund der Träger und Institutionen entstehen.

5. Sozialraumanalysen als soziale Diagnosen

Sozialraum- und Lebensweltanalysen zielen darauf ab, die im vorigen Abschnitt erläuterten Eigenschaften und Potenziale und die noch bestehenden und drohenden Probleme in sozialen Räumen zu erkennen und diese im Kontext der Sozialen Arbeit für die Lösung, Minimierung, Vermeidung und Verhinderung sozialer Probleme nutzbar zu machen. In diesem Sinne sind Sozialraum- und Lebensweltanalysen auch immer Verfahren sozialer Diagnostik (vgl. Heiner 2004, Pantucek 2005), die im Sinne von Problem- und Ressourcenanalysen (vgl. Geiser 2007) eingesetzt werden. Sozialraum- und Lebensweltanalysen weichen jedoch in der Regel von den klassischen Verfahren sozialer Diagnostik aus der Einzelfallhilfe dadurch ab, dass sie nicht nur fallspezifische Merkmale erfassen sondern die AdressatInnen, über den Einzelfall hinaus gehend, fallübergreifend und fallunspezifisch in ihrem Sozialraum erfassen und betrachten. Gängige Verfahren für Sozialraum- und Lebensweltanalysen finden sich bei Deinet/Krisch (vgl. 2006 sowie der Beitrag von Deinet und Krisch zum Methodenüberblick in diesem Band). Weitere Verfahren finden sich in einem „Fieldbook“ zu Methoden und Techniken der Sozialraumanalyse bei Budde, Früchtel und Cyprian (2007).

6. Einbettung in methodische und didaktische Konzepte

Um nicht losgelöst von fachlichen Standards der Sozialen Arbeit zu operieren, sollten die in den folgenden Beiträgen dieses Bandes präsentierten Verfahren der Sozialraum- und Lebensweltanalyse in einem Rahmenkonzept für methodisches und didaktisches Handeln eingebettet sein. Hierzu liegen mittlerweile eine Vielzahl geeigneter Rahmenkonzepte vor, von denen insbesondere folgende für sozialraumorientiertes Arbeiten sehr geeignet erscheinen:

a) Das Modell einer Didaktik/Methodik Sozialer Arbeit nach Johannes Schilling (2005). Sozialraum- und Lebensweltanalysen können hier insbesondere im Rahmen von didaktischen Bedingungsanalysen eingesetzt werden. Um Lehr- und Lernsituationen besser planen zu können, schlägt Schilling vor, im Rahmen von Bedingungsanalysen die Situation der Lehrenden/Helfenden (vgl. Schilling 2005, 26-29; unterteilt in interne Faktoren und Ressourcen innerhalb der Einrichtung sowie externe Ressourcen und Faktoren aus dem Umfeld) sowie des Lernenden/Hilfebedürftigen (vgl. Schilling 2005, 29-33; unterteilt in individuell-persönliche und sozio-kulturelle Voraussetzungen) zu erfassen. Um die nötige Vollständigkeit erreichen zu können, sollten die sozialräumlichen und lebensweltlichen Bezüge der Beteiligten konsequent mit einbezogen werden. Darüber hinaus können diese Gesichtspunkte auch bei der Zielentwicklung (vgl. Schilling 2005, 62-102) sowie bei der abschließenden Konzeptentwicklung (vgl. Schilling 2005, 209-272) strategisch mitgedacht werden. Schilling schlägt für sozialräumliche Analysen das Zonen-Modell von Baacke (1984, 85ff.) vor, für eine noch stärker sozialraumbezogene Ausrichtung können die in diesem Buch in den folgenden Beiträgen vorgestellten Analysemethoden deutliche Erweiterungen bringen.

b) Im Rahmen der Modelle einer methodischen Konzeptentwicklung nach Hiltrud von Spiegel (2006) können sozialräumliche und lebensweltbezogene Aspekte insbesondere bei der Erfassung des sozialräumlichen Umfelds (Wohnumfeld, Einzugsgebiet, Jugendgruppen und Szenen, weiere Einrichtungen und Angebote) genutzt werden. Hiltrud von Spiegel (2006, 206) schlägt hier bereits die Erstellung von Karten mit Informationen und Fotos über Territorien, Barrieren, Treffpunkte und wichtige Einrichtungen vor. Auch für die in ihrem Modell vorgesehene Erwartungssammlung der Beteiligten (vgl. von Spiegel 2006, 208), der Analyse der Rahmenbedingungen des sozialräumlichen und institutionellen Umfelds (vgl. von Spiegel 2006, 131), der räumlichen Zugänglichkeit und der Nutzungshürden (vgl. von Spiegel 2006, 161) sowie bezüglich der Situations- und Problemanalyse mit den AdressatInnen (vgl. von Spiegel 2006, 132) bieten sich die in diesem Band präsentierten Verfahren für Sozialraum- und Lebensweltanalysen als bereichernde Verfahren an.

c) Beim Verfahren der Problem- und Ressourcenanalyse nach Kaspar Geiser (2007 können die Methoden der Sozialraum- und Lebensweltanalyse dazu eingesetzt werden, die vorgesehenen Analysen zur Ausstattung von Individuen (vgl. Geiser 2007, 93-150), zu sozialen Austauschsituationen (vgl. Geiser 2007, 187-202), sozialen Machtbeziehungen (vgl. Geiser 2007, 203-251) sowie zur Analyse von in Sozialräumen geteilten Normen und Werten (vgl. Geiser 2007, 251-289) noch umfassender und schlüssiger vornehmen zu können.

d) Im Kontext des Modells eines systemischen Case Managements nach Kleve et al. (2006), können Methoden der Sozialraum- und Lebensweltanalysen vor allem für die Kontextualisierung von lebensweltlich-familiären Hilfekontexten und Hilfesystem-Kontexten (vgl. Kleve et al. 2006, 106f.), zur Erfassung und Beschreibung der vorliegenden bio-psycho-sozialen Probleme (vgl. Kleve et al. 2006, 108), der Ermittlung von persönlichen, lebensweltlich-sozialen, gemeinwesenbezogener und sozioökonomischen Ressourcen (vgl. Kleve et al. 2006, 110) genutzt werden. Dieses Modell geht bereits aus theorieimmanenten Gründen von einer starken Ressourcenperspektive aus, die sozialräumliche Potentiale durch den Einsatz von Netzwerkkarten (vgl. Kleve et al. 2006, 72) betont. Die weitere Einbindung sozialraumorientierter Sichtweisen wird bei Kleve (2007b, 104-110) noch deutlicher konkretisiert.

e) Auch für Verfahren des hermeneutischen und multiperspektivischen Fallverstehens (vgl. exemplarisch Müller 2006) können Methoden der Sozialraum- und Lebensweltanalysen den verstehenden Blick auf die Situation schärfen. Wenn sozialräumliche und lebensweltliche Bezüge bei den bei Müller genannten Perspektiven eines „Fall von, Fall für, Fall mit“ in das Verständnis eines Falles mit einfließen, können die von ihm erläuterten Schritte bei der Anamnese, Diagnose, Intervention und Evaluation wesentlich umfassender und noch stärker in dem von ihm propagierten multiperspektivischen Blick eingesetzt werden.

Für alle der fünf hier genannten methodischen Rahmenverfahren gilt: Erst wenn die sozialräumlichen und lebensweltlichen Belange und Potenziale aller Beteiligten in einer möglichst umfangreichen und vielschichtigen Weise erfasst werden, können daran anschließend die Ziele, Mittel, Evaluation der geplanten Intervention mit einer hinreichend nötigen Angemessenheit erfolgen. Wenn methodisches Handeln möglichst viele Aspekte und Dimensionen sozialer Probleme erfassen soll, ist es auf den sozialräumlichen und lebensweltlichen Blick essenziell angewiesen.

7. Sozialraumanalysen im Kontext der Forschung der Sozialen Arbeit

Neben ihrer Rolle als Verfahren zur sozialen Diagnostik stehen Sozialraum- und Lebensweltanalysen auch immer in besonderer Nähe zu den Methoden der empirischen Forschung in der Sozialen Arbeit (vgl. Riege/Schubert 2005, 8). Eigenständige Verfahren der empirischen Sozialarbeitsforschung spielen im Rahmen der Theorieentwicklung der Sozialen Arbeit eine zunehmende Rolle (vgl. Otto/Oelerich/Micheel 2003, Schweppe/Thole 2003; Schrapper 2004; Engelke et al. 2007; für den englischsprachigen Raum: Fortune/Reid 1998; Kirk/Reid 2002).

Der Transfer zwischen Forschung und Praxis scheint jedoch weiterhin eine starke Herausforderung für die Soziale Arbeit darzustellen. Noch immer ist bei praktizierenden SozialarbeiterInnen und Studierenden eine große Skepsis gegenüber Theorie und Forschung zu vernehmen, in Studien wird diese auch belegt (vgl. etwa Ackermann/Seeck 1999). Der Habitus der Forschenden und der Praktizierenden der Sozialen Arbeit scheint nicht immer vereinbar; wie Theorie und Praxis zueinander finden sollen verbleibt oft ungeklärt (vgl. von Spiegel 2006). Wie könnte mit den bestehenden Rollenunterschieden zwischen Forschung und Praxis produktiver umgegangen werden?

Ein möglicher Ausweg könnte sich durch das Verfahren einer „integrierten Praxisforschung“ darstellen, welches von Maier und Sommerfeld (2005, 209; Sommerfeld 2007, 336f.; Maier 2007) formuliert wurde. Hier wird ein Verfahren formuliert, bei dem empirische Forschung, systematische Theorieentwicklung und konkrete praxisbezogene Konzeptentwicklung in Projekten der Forschung und Praxisentwicklung miteinander verbunden werden. Dabei entstehen Konzeptentwicklungen in enger Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis, die direkt auf Forschungsergebnissen aufbauen. Aus der Forschungstätigkeit und den Ergebnissen aus der Evaluation der gemeinsam entwickelten Praxisprojekte können wiederum begründete wissenschaftliche und theoretische Aussagen entwickelt werden. Dabei entstehen neue Beträge zur Theorieentwicklung der Sozialen Arbeit, die weiterführende Aussagen über konkrete Arbeitsfelder liefern und die darin wirksamen Zusammenhänge wissenschaftlich erfassen können. Ein Beispiel für ein solches kooperatives Projekt im sozialräumlichen Kontext ist das Forschungs- und Praxisprojekt „Quartiersaufbau Rieselfeld“ in Freiburg i.Br. (vgl. Maier/Sommerfeld 2005).

Maier (2007, 326) verdeutlicht, dass mit dem Verfahren der integrierten Praxisforschung auch das traditionell hierarchische Verhältnis zwischen Wissenschaft und Praxis radikal hinterfragt wird. Implizit knüpft das Konzept der integrierten Praxisforschung an das bereits Mitte der 90er Jahre von Gibbons u.a. (1994) formulierte Modell einer neuen Form der Wissensproduktion an, die sich grundlegend von der klassischen hochschulbezogenen Forschung und den traditionellen Hierarchien zwischen Theorie und Praxis abhebt. Gibbons und seine KollegInnen unterscheiden zwischen traditioneller akademischer Forschung, die durch Forschende initiiert wird und streng an den akademischen Disziplinen orientiert bleibt; diese Art von Forschung wird von dem AutorInnenteam als „Modus 1“ bezeichnet. Die neue Form von Wissensproduktion, von mit „Modus 2“ umschrieben, versteht sich hingegen viel stärker problemzentriert und interdisziplinär, die Forschungsgegenstände müssen nicht „passend“ zu einer Wissenschaftsdisziplin „gemacht werden“ sondern werden über die disziplinären Grenzen hinweg entlang der vorfindbaren Gegenstände und Phänomene erforscht.

Dieses neue Verständnis von Forschung, Theoriebildung und Praxis erscheint gerade für die Soziale Arbeit besonders interessant. Als transdisziplinäre Handlungswissenschaft (vgl. Staub-Bernasconi 2007) integriert die Soziale Arbeit schon seit jeher die Zugänge und Erkenntnisse verschiedenster Disziplinen und Professionen bezogen auf den Gegenstand sozialer Probleme. Gerade weil die Soziale Arbeit schon immer eine größere Nähe zu integrativen, problemzentrierten und interdisziplinären Zugängen aufweist, könnten diese Zugänge auch für die sozialräumliche und lebensweltorientierte Praxisforschung und Entwicklung besonders fruchtbar sein. Darüber hinaus könnten Projekte dieser Art auch systematisch in die Lehre an den Hochschulen eingebunden werden und dort positive Akzente setzen.

8. Fazit

Mit diesem Beitrag wird die sozialräumliche Debatte in den Kontext der Theorie- und Methodendiskussion der Sozialen Arbeit eingeordnet. Zunächst wird deutlich, dass das Konzept der Sozialraumorientierung weit über den Bereich der Handlungsmethoden hinaus reicht und eher als Paradigma verstanden werden sollte. Bezüglich der handlungsrelevanten Aspekte wird deutlich, dass Sozialraum- und Lebensweltanalysen zentrale Verfahren einer sozialen Diagnostik sein können und durch ihre Einbettung in verschiedene Verfahrensmodelle zum methodischen und didaktischen Handeln Beiträge zu einer verbesserten und sozialräumlich begründeten Sozialen Arbeit leisten können. Hinsichtlich der systematischen Theorieentwicklung und des Theorie-Praxis-Transfers erscheint das Konzept der integrierten Praxisforschung auch für die sozialraumorientierte Soziale Arbeit neue Möglichkeiten und Wege zu erschließen.

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Dieser Aufsatz wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors übernommen aus der Veröffentlichung Deinet, Ulrich (Hrsg., 2008): Methodenbuch Sozialraum. VS Verlag, Wiesbaden.


Zitiervorschlag

Christian Spatscheck: Theorie- und Methodendiskussion. URL: http://www.sozialraum.de/spatscheck-theorie-und-methodendiskussion.php, Datum des Zugriffs: 27.03.2014

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