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Autor

Marcus Casutt
Geschäftsführer des DOJ/AFAJ

Kontakt:
Dachverband Offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz DOJ
Pavillonweg 3
CH-3012 Bern
marcus.casutt@doj.ch

Inhalt

  1. 1. Organisation
  2. 2. Dienstleistungen
    1. 2.1 Offene Kinder- und Jugendarbeit unterstützen
    2. 2.2 Offene Kinder- und Jugendarbeit positionieren
    3. 2.3 Offene Kinder- und Jugendarbeit repräsentieren und vernetzen
  3. 3. Rück- und Ausblick


Aktuelle Rezensionen

Buchcover

Monika Alisch, Michael May (Hrsg.): Methoden der Praxisforschung im Sozialraum. Verlag Barbara Budrich (Opladen, Berlin, Toronto) 2017. 219 Seiten. ISBN 978-3-8474-2079-8.
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Frank Schulz-Nieswandt: Kommunale Daseinsvorsorge und sozialraum­orientiertes Altern. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2017. 61 Seiten. ISBN 978-3-8487-4360-5.
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socialnet Stellenmarkt

Fachkraft (w/m) für Wohnbereich für Menschen mit Behinderung, Langenhagen

Pädagogische Fachkraft (w/m) für heilpädagogische Jugendhilfeeinrichtung, Weilmünster

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Der DOJ/AFAJ – Dachverband Offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz/Association faîtière suisse pour l'animation enfance et jeunesse en milieu ouvert

Marcus Casutt

Gegründet 2002 als Basisbewegung, hat sich der Dachverband Offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz (DOJ/AFAJ) in den vergangenen Jahren professionalisiert und massgeblich zur Weiterentwicklung, Professionalisierung und Etablierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) in der Schweiz beigetragen. Dank aktiver Vernetzungsarbeit ist er heute ein breit abgestützter Verband und auch in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz präsent. Im Folgenden werden die Organisationsform und die zentralen Aktivitäten des DOJ/AFAJ dargestellt.

Logo DOJ

1. Organisation

Der DOJ/AFAJ vereint 19 kantonale resp. regionale Verbände, welche wiederum etwa 1200 Fachstellen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit repräsentieren – vom Jugendtreff bis zum mobilen Angebot für Kinder, vom Jugendsekretariat bis zur kirchlichen Fachstelle.

Der Vorstand setzt sich aus zwölf Personen zusammen, die sich ehrenamtlich oder im Rahmen ihrer Anstellung für den DOJ/AFAJ engagieren. Bei den Vorstandsmitgliedern handelt es sich um Fachpersonen, welche auf kommunaler und/oder kantonaler Ebene in der Kinder- und Jugendförderung tätig sind. Die Geschäftsstelle des DOJ/AFAJ verfügt über 200 Stellenprozente und befindet sich in Bern.

2. Dienstleistungen

Als Fachverband widmet sich der DOJ/AFAJ der konkreten Unterstützung, der öffentlichen Positionierung sowie der Repräsentation und Vernetzung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Im Folgenden werden die zentralen Aktivitäten in diesen Bereichen vorgestellt.

2.1 Offene Kinder- und Jugendarbeit unterstützen

Der DOJ/AFAJ informiert über Aktualitäten, Veranstaltungen, Weiterbildungen und Fördermöglichkeiten. Er bietet Fachtagungen und Weiterbildungsveranstaltungen an, unterstützt und koordiniert nationale Fachgruppen und veröffentlicht Fachpublikationen. Schweizweit setzt er Projekte zur Förderung der Offenen Kinder und Jugendarbeit um.

Information
Über seine Aktivitäten informiert der DOJ/AFAJ über seine Webseite www.doj.ch und einen monatlichen Newsletter. Spezifisch zu digitalen Medien und OKJA führt die Fachgruppe digitale Medien einen Medienblog. Dreimal jährlich erscheint die dreisprachige Fachzeitschrift InfoAnimation, welche sich jeweils einem bestimmten Themenfeld aus der Praxis widmet.

Fachgruppen
Der DOJ/AFAJ führt fünf permanente thematische Fachgruppen, welche den Wissens- und Praxistransfer und die Entwicklung der Qualität in den jeweiligen Fachthemen gesamtschweizerisch fördern. Die Fachgruppen bieten ihrerseits Weiterbildung, veröffentlichen Publikationen und realisieren Forschungsprojekte. Zu folgenden Themen bestehen nationale Fachgruppen, welche mit kantonalen Fachgruppen korrespondieren:

Quali-Tool
Der DOJ/AFAJ bietet mit dem Quali-Tool Fachstellen der OKJA ein Instrument zur Qualitätsentwicklung und -sicherung an. Dazu gehört die Webseite www.quali-tool.ch und ein Leitfaden. Mit Quali-Tool möchte der DOJ/AFAJ die Qualität der OKJA in der Schweiz mit einem Instrument zur Konzeption, Strukturierung, Dokumentation und Bewertung der OKJA stärken. Das Instrument basiert auf einem sogenannten Wirkungsmodell und generiert eine übersichtliche Darstellung über die Leistungen welche die jeweilige OKJA anbietet und welche Wirkungen damit erzielt werden sollen.

Das Quali-Tool erfreut sich unterdessen grosser Beliebtheit, auf der Webseite haben sich bereits um die 450 Nutzer*innen registriert. Eine italienische Übersetzung des Tools wurde erarbeitet und wird in Kürze ebenfalls ins Netz gestellt. Die französische Übersetzung ist bereits in Planung, womit das Quali-Tool schliesslich schweizweit in allen Sprachregionen genutzt werden könnte.

KEBAB+
Im Rahmen von KEBAB+ unterstützt das Migros-Kulturprozent in Zusammenarbeit mit dem DOJ/AFAJ Gesundheitsförderungsprojekte für Kinder und Jugendliche. Jugendarbeitsstellen haben die Möglichkeit finanzielle Unterstützung für ihre Projekte zu erhalten, sofern drei der fünf Elemente „kochen – essen – begegnen – ausspannen – bewegen“ im Projekt beinhaltet sind und das Projekt mit den Jugendlichen gemeinsam entwickelt und durchgeführt wird.

2.2 Offene Kinder- und Jugendarbeit positionieren

Der DOJ/AFAJ vertritt die Interessen der Kinder- und Jugendförderung auf nationaler Ebene. Er entwickelt und klärt Positionen und Begriffe, bringt sein Fachwissen in nationale Gremien und bei Partnerorganisationen ein und stellt Ausbildungsorganisationen Praxiswissen zur Verfügung.

Projekt Sprachregionen
In der Deutschschweiz wird die Offene Kinder- und Jugendarbeit als spezifisches Handlungsfeld betrachtet. In der Romandie und im Tessin sind die offenen Angebote für Kinder und Jugendliche Teil der Soziokulturellen Animation, welche sich auch an andere Alters- und Interessengruppen wendet. Mit dem Projekt Sprachregionen will der DOJ/AFAJ gemeinsam mit Partnerorganisationen aus der Westschweiz und dem Tessin sowie mit Fachhochschulen aufzeigen, wie sich die Offene Kinder- und Jugendarbeit in den verschiedenen Regionen in der Praxis, strukturell und an den Hochschulen entwickelt hat und welches die Gemeinsamkeiten und Unterschiede bezüglich Arbeitsfelder, Berufsbild, Grund- und Handlungsprinzipien, Methoden und theoretischen Differenzen sind.

Teilprojekt 1 – Geschichtliche Aufarbeitung
In den drei Sprachregionen findet eine geschichtliche Aufarbeitung der Entwicklung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, respektive der Soziokulturellen Animation sowie eine Beschreibung des Ist-Zustandes in der jeweiligen Sprachregion statt. Die Berichte geben Auskunft über theoretische Referenzen, Zwecke, Werte, Missionen, Mandat, Handlungsprinzipien und Ziele, Handlungsfelder, Dienstleistungsbereiche und Ziel- und Nutzungsgruppen sowie zu Trends und Bedarf an Weiterentwicklung. Anschliessend werden in einer Synthese Gemeinsamkeiten und Unterschieden festgehalten.

Teilprojekt 2 – Empirische Analyse des Handlungsfeldes
Eine schweizweite wissenschaftliche Online-Befragung erhebt erstmals umfassende Daten zu den Strukturen und Angeboten der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, Informationen zu methodisch-konzeptionellen Orientierungen sowie Einschätzungen über Handlungs- und Entwicklungsbedarf aus Sicht der Fachpersonen aus der Praxis. Die Umsetzung hat der DOJ/AFAJ dem Institut Kinder- und Jugendhilfe der Hochschule für Soziale Arbeit, Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) übergeben. Zur Teilnahme werden im August/September 2018 alle Institutionen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit eingeladen.

Teilprojekt 3 – Dreisprachiges Symposium
An einem öffentlichen, dreisprachigen Symposium werden im Herbst 2019 die Ergebnisse aus Teilprojekt 1 und Teilprojekt 2 vorgestellt und mit Fachpersonen diskutiert. Gemeinsam werden Perspektiven für die Zukunft (z. B. inhaltliche und strukturelle Zusammenarbeit auf gesamtschweizerischer Ebene, fachliche Weiterentwicklung des Feldes) erarbeitet. Zielpublikum des Symposiums sind Personen aus der Praxis, von Hochschulen, aus der Hochschulpolitik und der kommunalen, kantonalen und nationalen Politik.

Infoplakat Kinder- und Jugendförderung als Querschnittaufgabe
Mit dem Infoplakat "Kinder- und Jugendförderung als Querschnittaufgabe“ hat der DOJ/AFAJ eine einfache Übersicht für kommunale Entscheidungsträger entwickelt. In den letzten Jahren hat sich in den Gemeinden einiges im Bereich der Kinder- und Jugendförderung getan. Die Bereiche familienergänzende Tagesbetreuung und die Schulsozialarbeit wurden geschaffen oder ausgebaut. Diese neuen Stellen erschweren den Entscheidungsträger*innen in den Gemeinden den Überblick über die gesamte Kinder- und Jugendförderung. Das Infoplakat Kinder- und Jugendförderung als Querschnittaufgabe möchte hier Abhilfe schaffen. Es schlägt den Gemeinden vor eine entsprechende Stelle zur Förderung zu schaffen oder eine bestehende Stelle zu benennen, welche in der Gemeinde unter anderem die Planung und Koordination im Bereich Kinder- und Jugendförderung übernimmt.

Forschungsprojekt Genderreflektierende Offene Jugendarbeit
In Kooperation mit dem Departement Soziale Arbeit der Berner Fachhochschule führt der DOJ/AFAJ das Projekt "Genderreflektierende Offene Jugendarbeit" durch. Es handelt sich hierbei um ein Forschungsprojekt mit innovativen Methoden der partizipativen Wissensproduktion: Fachpersonen sind aktiv am Forschungsprozess beteiligt, in dem ihre alltägliche pädagogische Praxis analysiert wird. Die daraus gewonnen Erkenntnisse werden im Anschluss an einer Tagung der Wissenschaft und Praxis präsentiert.

2.3 Offene Kinder- und Jugendarbeit repräsentieren und vernetzen

Der DOJ/AFAJ bringt die kantonalen bzw. regionalen Verbände und Netzwerke der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zusammen, ermöglicht einen unkomplizierten Wissenstransfer und schafft Plattformen für die gemeinsame fachliche und strategische Entwicklung. Des Weiteren vernetzt der DOJ/AFAJ die Offene Kinder- und Jugendarbeit in der Schweiz auch international. Auf europäischer Ebene ist der DOJ/AFAJ Mitglied von der European Confederation of Youth Clubs – ECYC und beim Netzwerk Professional Open Youth Work in Europe – poywe.

Projekt Wissensplattform
Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Baden-Württemberg e.V. (AGJF) und dem Bundesweiten Netzwerk Offene Jugendarbeit (bOJA), dem österreichischen Pendant zum DOJ/AFAJ soll in einem länderübergreifenden Projekt im Zeitraum von Mitte 2018 bis Ende 2020 eine Wissensplattform für alle deutschsprachigen Professionellen der OKJA entwickelt werden. Das Wissen zur OKJA ist nur verstreut und teilweise schwer auffindbar. Durch Erarbeitung einer gemeinsamen Wissensplattform möchten die Projektbeteiligten Organisationen diesem Zustand entgegenwirken. Mit diesem Projekt soll das Arbeitsfeld der OKJA gestärkt und die die Fachkräfte mittels einfachem Zugang zu umfassenden Wissen und Erfahrung unterstützt werden.

3. Rück- und Ausblick

In den letzten 16 Jahren konnten wir zahlreiche Aktivitäten zur Förderung und Unterstützung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Schweiz und überregional beitragen und dabei zentrale Impulse zur aktiven fachlichen Aus-und Mitgestaltung dieses Feldes setzen. Maßgeblich dabei war sicher unsere sozialräumliche Vernetzungsarbeit mit den verschiedenen Akteur*innen. Auch für die Zukunft ist es unser Anspruch, unsere Aufgaben und Dienstleistungen in der sozialräumlichen Vernetzung mit unseren Mitgliedern und den verschiedenen Partnerorganisationen wahrzunehmen.

Weitere Informationen finden zum DOJ/AFAJ auf der Website: www.doj.ch


Zitiervorschlag

Marcus Casutt (2018): Der DOJ/AFAJ – Dachverband Offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz/Association faîtière suisse pour l'animation enfance et jeunesse en milieu ouvert. In: sozialraum.de (10) Ausgabe 1/2018. URL: https://www.sozialraum.de/der-doj-afaj.php, Datum des Zugriffs: 21.10.2018

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