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Autorin

Carolin Herrmann
Langjährige Tätigkeit in leitender Funktion im Kölner Sozialamt. Seit 2016 selbstständig in der strategischen Projektberatung mit dem Büro Schnittpunkt/Alter u. a. für Kommunen und freie Träger.

Kontakt:
Schnittpunkt/Alter – Strategische Projektberatung
Theresienstr. 53
50931 Köln
Telefon: 0221/94649423
carolin.herrmann@schnittpunkt-alter.de
www.schnittpunkt-alter.de

Inhalt

  1. 1. Das KISS-Modell zur Nachbarschaftshilfe in der Schweiz
  2. 2. Formen unentgeltlicher Nachbarschaftshilfe in Köln
    1. 2.1 Unentgeltliche Arbeit ohne feldspezifische Einbindung
    2. 2.2. Unentgeltliche Arbeit mit feldspezifischer Einbindung
    3. 2.3. Selbsthilfegruppen
  3. 3. Aus dem Vergleich identifizierbare Lernfelder
    1. 3.1. Genossenschaften und organisierte Nachbarschaften
    2. 3.2. Senioren- und Nachbarschaftsgenossenschaften als Träger organisierter Nachbarschaftshilfe in Köln
    3. 3.3. Zeitgutschriften in genossenschaftlichen Nachbarschaftshilfen
    4. 3.4. Finanzierungsprinzipien von Kommunen und Sponsoren:
  4. 4. Fazit: Wenn eine/r eine Reise tut, kann er/sie etwas lernen!
  5. Literatur


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Christiane Drechsler: Begegnungs-Räume. Athena-Verlag e.K. (Oberhausen) 2019. 152 Seiten. ISBN 978-3-7455-1083-6.
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Buchcover

Lothar Böhnisch: Soziale Theorie der Schule. Julius Klinkhardt Verlagsbuchhandlung (Bad Heilbrunn) 2019. 168 Seiten. ISBN 978-3-8252-5156-7.
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Organisierte Nachbarschaftshilfe in Genossenschaftsform: Zur Übertragbarkeit des Modells „KISS-Schweiz“ auf kommunale Settings in Deutschland

Carolin Herrmann

Senioren- oder Nachbarschaftsgenossenschaften werden immer wieder als Lösungsbausteine zur Gestaltung der Herausforderungen des demographischen Wandels diskutiert. Weder die umfassende Verberuflichung von Pflege und Betreuung in stationärer Versorgung noch das Familienmodell scheinen auf Dauer tragfähige Lösungen für alle Menschen zu sein.

Dies gilt insbesondere für Menschen, die weder auf eine Familie zurückgreifen können oder wollen noch sich eine stationäre Versorgung ohne Sozialhilfe leisten können bzw. eine solche nicht attraktiv finden. Diese Menschen sind auf der Suche nach Alternativen. Solche neuen Lösungen entwickeln sich in Deutschland langsam, etwa als Wohnprojekte, Wohngemeinschaften oder andere alternative Wohnformen. Dabei sind Lösungsansätze, bei denen man nicht umziehen muss, noch seltener zu finden als Lösungen mit Umzug

Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, über Nachbarschaften in organisierter Form nachzudenken. Und zwar vor allem darüber, wie man von der Zufälligkeit nachbarschaftlicher Unterstützung zu einer gewissen Verbindlichkeit der gegenseitigen Hilfe in einer Nachbarschaft gelangen kann.

Hierbei geraten die Möglichkeiten neuer Genossenschaften ins Blickfeld. In Deutschland gibt es im Feld der Seniorenarbeit bzw. Altenpflege allerdings weder eine nennenswerte Anzahl von Genossenschaften in der Rechtsform der e. G. noch „genossenschaftsartige“ Strukturen in anderen Rechtsformen. Selbst die oft zitierte Seniorengenossenschaft Riedlingen ist ein e. V.

Als der Paritätische Baden-Württemberg in fachlicher Kooperation mit dem Entwicklungswerk für soziale Bildung und Innovation 2020 eine Studienreise zum Thema „Sozialgenossenschaften“ in die deutschsprachige Schweiz und nach Südtirol anbot, entschied ich mich sofort für diese Gelegenheit, von unseren Nachbarn zu lernen. In Folge von Corona entfiel der Reiseteil nach Italien. In der Schweiz lernten wir dafür umso intensiver die Nachbarschaftsgenossenschaft „KISS-Schweiz – Zeit bleibt wertvoll“ kennen. KISS steht für „Keep it small and simple“ und praktiziert „Nachbarschaftshilfe für Jung und Alt“.

Zurück in Deutschland stellte sich mir die Frage, ob aus der Art, wie bei KISS Nachbarschaftshilfe organisiert wird, Anregungen für die Seniorenarbeit und Altenpflege in Deutschland gewonnen werden können. Dabei geht es mir insbesondere um die Frage, ob organisierte Nachbarschaften in der Form von Genossenschaften in Deutschland ein praktikables Konzept sein könnten.

Dazu vergleiche ich im vorliegenden Beitrag die Arbeit der KISS-Genossenschaft in der Stadt und dem Kanton Zug/Schweiz mit ausgewählten Ansätzen der organisierten Nachbarschafts- und Seniorenhilfe in Köln und stelle dabei Herausforderungen und Gestaltungsaufgaben dar.

1. Das KISS-Modell zur Nachbarschaftshilfe in der Schweiz

Bei der Grundidee von KISS geht es um die Förderung des Generationenzusammenhalts und um organisierte Nachbarschaftshilfe für Jung und Alt zur Entlastungsowohl von Einzelnen als auch der staatlichen Versorgungssysteme.

In Schriften und Ausführungen der Gründerinnen (vgl. etwa Fassbind 2017) klingt immer wieder an, dass KISS davon ausgeht, dass die Sicherungssysteme, die auf Geld und Markt beruhen, gefährdet sind und deshalb eine geldfreie „4. Versorgungssäule“ (Die ersten drei Säulen in der Schweiz sind die gesetzliche Rentenversicherung, die betriebliche Rentenversicherung sowie die private Alterssicherung) notwendig und vorausschauend sei.

Das Herzstück der praktischen Arbeit von KISS sind nach meiner Wahrnehmung folgende drei Elemente:

  • Die Tandems:
    Tandems sind bilaterale persönliche Unterstützungsstrukturen, die von KISS initiiert werden. Dabei können Personen „Gebende“ auch „Nehmende“ sein und umgekehrt, was synchron und asynchron (generationsübergreifend) geschehen kann. „Gebende“ wie „Nehmende“ sind Mitglieder der Genossenschaft.
  • Der soziale Kitt:
    Sozialen Kitt stiften die lokalen KISS-Genossenschaften durch die Initiierung von Begegnungsmöglichkeiten zum Kennenlernen, für gemeinsame Unternehmungen, zum Kaffee trinken, spielen, singen etc.
  • Die „Caring Communities[1]
    Caring Communities sind Netzwerke aller Organisationen, die sich lokal um Betreuung, Begleitung, Pflege und Versorgung von Menschen kümmern, unabhängig davon, ob sie dies entgeltlich oder unentgeltlich tun.

Die Freiwilligenarbeit bei KISS läuft nach den Qualitätsstandards von „Benevol“, der Schweizer Dachorganisation für Freiwilligenarbeit. Das bedeutet u. a., dass im Jahresdurchschnitt wöchentlich nicht mehr als sechs Stunden Freiwilligenarbeit zusätzlich zur Erwerbstätigkeit bzw. Verpflichtungen in der Familie geleistet werden dürfen. Hintergrund dieses Standards ist die Vereinbarkeit von üblichen alltäglichen eigenen Verpflichtungen mit zusätzlichem Freiwilligenengagement.

Aktuell bestehen in der Schweiz neun lokale Genossenschaften im KISS-Rahmen, etliche weitere sind im Aufbau bzw. haben sich zunächst in der Rechtsform eines Vereins organisiert. Die Genossenschaften sind zumeist in Kleinstädten angesiedelt. Die Entscheidung für die Rechtsform der Genossenschaft hat vermutlich mit der Tradition der direkten Demokratie in der Schweiz zu tun und wird durch das schweizerische Genossenschaftsrecht befördert. Selbstverantwortung und Solidarität sind die zwei zivilgesellschaftlichen Tugenden, die geldunabhängig gelebt werden können.

Die lokalen Genossenschaften werden unterstützt von der Fondation KISS, die die Markenrechte von KISS hält und die lokalen Genossenschaften lizensiert, die Standards der praktischen Arbeit entwickelt, den Erfahrungsaustausch organisiert, für wissenschaftliche Evaluationen sorgt, die nationale Lobbyarbeit für die KISS-Idee macht sowie ein digitales Dokumentationssystem für die geleistete Freiwilligenstunden betreibt. KISS-Schweiz hat sich auf ein nationales Set an Zielen vereinbart. Den Gründerinnen und Aktiven der ersten lokalen Genossenschaften wurde sehr schnell klar, dass es für einen gemeinsamen Auftritt einheitliche und überzeugende Slogans braucht. Diese lauten:

KISS: Zeit bleibt wertvoll
KISS: Die 4. geldfreie Vorsorgesäule
KISS: Nachbarschaftshilfe für Jung und Alt
KISS: Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften

Die lokale KISS-Genossenschaft versteht sich als eine Ergänzung der professionellen entgeltlichen Dienstleister und anderer Freiwilligenorganisationen, mit denen KISS im Rahmen der „Caring Community“ die Kooperation sucht und pflegt. Zentrum der KISS-Genossenschaften sind die Menschen, die in ihren Gemeinwesen initiativ sind und die Aufbauarbeit machen. KISS versucht die Städte und Gemeinden davon zu überzeugen, eventuell mit anderen Sponsoren den Overhead zu finanzieren. Der Overhead besteht aus einer Geschäftsleitung sowie einer Koordination, die Gebende und Nehmende zusammenführt und Events für den sozialen Kitt initiiert. Die Genossenschaft hat sowohl Einzelmitglieder als auch Kollektivmitglieder, z. B. Altenzentren und Hilfevereine für Menschen mit Behinderungen. Außerdem bemühen sich die KISS-Genossenschaften um eine Kooperation mit gewerblichen Unternehmen. Diese nutzen KISS dazu, ihre Mitarbeiter*innen besser zu binden (Social Days) und das Image des Unternehmens zu erhöhen (Corporate Volunteering).

Eigentlich erachtet KISS-Schweiz lokale Genossenschaften für 6.000 bis 10.000 Einwohner*innen als ideal. Faktisch scheint es zurzeit so zu sein, dass sich die Zuständigkeit der lokalen Genossenschaften an gemeindliche Grenzen hält. Die Gemeinde Zug hat z. B. 30.000 Einwohner*innen. Diese Größe scheint sich zu bewähren, um auch einflussreiche Menschen und Entscheider*innen in die Genossenschaft bzw. den Aufsichtsrat zu holen. Im Kanton Zug leben ca. 130.000 Einwohner*innen.

Durch die Nachbarschaftshilfe in der KISS-Genossenschaft kann man/frau Zeitgutschriften sammeln und diese bei Bedarf einlösen oder verschenken. Die Zähleinheit sind Zeitstunden. Für die Einlösung der erarbeiteten Zeitgutschriften gibt es keine Garantie im rechtlichen Sinne. Gleichwohl geht KISS davon aus, dass Menschen immer die Bereitschaft haben, sich gegenseitig zu unterstützen. Das entsprechende Vertrauen wird durch die Organisationsform der Genossenschaft gestärkt.

Die Fondation KISS hat ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Arbeits- und Dokumentationssystem zusammen mit der Softwarefirma froodas [2] entwickelt. Mit diesem Dokumentationssystem ist eine Messung der Anzahl an Stunden gesichert, die Freiwillige je Gemeinde leisten. Die Dokumentation dient sowohl der internen Transparenz und als auch als Nachweis der Entlastung von öffentlichen Institutionen bzw. als Nachweis der Aktivitäten gegenüber Sponsoren.

Ausgangspunkt für den Tausch von Zeit, einerlei ob synchron oder asynchron, ist die Erfahrung, dass fast alle Menschen, auch Hochaltrige, etwas geben können (Zuhören, Schreibarbeiten, Vorlesen etc.) und auch geben wollen. Mit dieser Haltung, verbunden mit der Auflage für alle, Mitglieder von KISS zu werden, motiviert die Genossenschaft eine Begegnung auf Augenhöhe zwischen Gebenden und Nehmenden. In diesem Modell weiß jede*r, wieviel er/sie eingebracht hat und wieviel er/sie entnommen hat bzw. was er/sie verschenken kann.

Die Stadt Zug finanziert wesentliche Teile des Overheads der örtlichen KISS-Genossenschaft. Die Fachstelle für Alter und Gesundheit der Stadt Zug hat eindrucksvoll berichtet, wie viel die Kommune spart, wenn sie KISS mit einer Förderung in Stand setzt, ihre Arbeit dauerhaft und kompetent auszuführen. Voraussetzung für eine solche Effektmessung ist, dass man sich auf einen Umrechnungsmodus von Stunden auf Franken einigt. Auch viele örtliche Sponsoren unterstützen die Aufbauphase und den laufenden Betrieb mit Beiträgen zur Deckung der Gehaltskosten von Geschäftsleitung und Koordination.

Neben der Stiftung und den lokalen Genossenschaften gibt es noch die kantonalen KISS-Fördervereine, um auch diese staatliche Ebene einzubeziehen. KISS hat also eine dreigliedrige Organisationsstruktur: Auf Gemeindeebene die lokalen Genossenschaften, schweizweit die Fondation KISS und ergänzend die Fördervereine auf Kantonsebene. Alle drei Ebenen sind für die Umsetzung der KISS-Idee bedeutsam, Ausgangspunkte sind die lokalen Genossenschaften.

2. Formen unentgeltlicher Nachbarschaftshilfe in Köln

Für den Vergleich zwischen dem Schweizer KISS-Modell und Nachbarschaftshilfen in Köln kann zunächst festgestellt werden, dass die unentgeltliche Arbeit in Köln in vielfältigsten Strukturen geleistet wird. Zur Bezeichnung werden die verschiedensten Begriffe benutzt: Bürgerschaftliches Engagement, Freiwilligenarbeit, ehrenamtliches Engagement, Selbsthilfe, Nachbarschaftshilfe etc.. Zur Gliederung der Beschreibung der unentgeltlichen Nachbarschaftshilfen in Köln gruppiere ich nach drei Formen:

  • ohne feldspezifische Einbindung
  • mit feldspezifischer Einbindung (Seniorenarbeit und Altenpflege)

Dabei fokussiere ich in den folgenden Betrachtungen auf Nachbarschaftshilfe bzw. gegenseitige Unterstützung im Nahraum und vernachlässige andere Aspekte von unentgeltlicher Arbeit. Eine gewisse Ausnahme bildet die „Selbsthilfe“. Da in dieser Form in Köln sehr viel unentgeltliche Arbeit geleistet wird, wird sie in den Vergleich einbezogen.

Diese Formen unentgeltlicher Arbeit sind mit unterschiedlichen kommunalen Förderwegen hinterlegt. Praktisch arbeiten die Felder daher oft segmentiert nebeneinanderher und verfolgen unterschiedliche Ziele.

In Köln mit ca. 1 Mio. Einwohnern*innen wäre die angestrebte Kleinräumigkeit im KISS-Verständnis nur auf Stadtteilebene zu erreichen. Die wichtigsten Entscheidungen laufen in Köln jedoch zentral und weder auf Bezirks- noch auf Stadtteilebene. In Köln bräuchten die Stadtteilstrukturen, ähnlich wie die KISS-Fördervereine auf Kantonsebene oder wie die Fondation KISS, eine starke stadtweite Unterstützungsstruktur, sonst könnte von der Stadtteilebene sicherlich nicht genug Einfluss auf die stadtweiten Entscheider*innen ausgeübt werden.

Eine Organisationsstruktur, die von der nationalen Ebene bis zur Stadtteilebene aufgebaut ist, ist mir in Köln nur für die großen gesundheitlichen Selbsthilfeorganisationen (siehe 2.3.) bekannt, die sich allerdings nicht ausdrücklich der organisierten Nachbarschaftshilfe widmen.

2.1 Unentgeltliche Arbeit ohne feldspezifische Einbindung

Das Engagement Ehrenamtlicher ohne feldspezifische Einbindung findet ebenfalls in unterschiedlichen Formen statt, im Wesentlichen können dabei folgende drei Arten identifiziert werden.

Vermittlungsagenturen
Als gemeinnützige eingetragene Vereine oder Arbeitsbereiche von Wohlfahrtsverbänden (z. B. Freiwilligenagentur e. V., Büro für Bürgerengagement des AWO-Kreisverbands-Köln e. V.) vermitteln diese stadtweit tätigen Agenturen mit kommunal gefördertem Personal zwischen Menschen, die sich engagieren wollen, und Organisationen und Initiativen, die Engagierte einsetzen wollen. Ausgangspunkt ist der/die Engagementbereite, für den/die ein guter Ort des Engagements gesucht wird. Neben der Vermittlung bieten die Agenturen vielfältige Unterstützung sowohl für Freiwillige als auch für die aufnehmenden Organisationen. Außerdem entwickeln sie Engagement-Projekte. Die Kölner Vermittlungsagenturen haben sich auf die Datenbank freinet [3], die auch überregional agiert, verständigt.

Tandem Modelle
Als gemeinnützige eingetragene Vereine oder Arbeitsbereiche von Wohlfahrts- und Fachverbänden oder als Kooperationsprojekte (z. B. Kölsch Hätz Nachbarschaftshilfen, „Helfende Hände“, Freunde alter Menschen e. V.) vermitteln sie auf der Ebene der Stadtteile Freiwillige, die unentgeltlich Zeit verschenken wollen, an Menschen, die einen Bedarf (Besuch, Einkaufen etc.) anmelden. Ausgangspunkt ist hier der Bedarf, den der unterstützungsbedürftige Mensch bzw. eine Organisation artikuliert. Die hauptamtlichen Kräfte bei Kölsch Hätz begleiten die ehrenamtlichen Koordinatoren*innen in den Vierteln und organisieren darüber hinaus Fortbildungen für die Ehrenamtlichen.

Modelle mit Zeitgutschriften
Seit 2014 gibt es die „Zeitvorsorge Köln e. V.“ [4] mit geplanten Untergruppen in verschiedenen Stadtteilen, die ähnlich wie die sehr erfolgreichen „Öcher Fröönde“ (= Aachener Freunde) e. V. arbeiten bzw. arbeiten wollen. Weitere Modelle mit Zeitgutschriften in Köln sind mir nicht bekannt.

In den ersten beiden für Köln praktisch bedeutsamen Modellen erhält der/die Engagierte persönliche und/oder gesellschaftliche Anerkennung (z. B. eine Ehrenamtscard mit gewissen Vergünstigungen), findet Bestätigung in seinem/ihrem Tun und ist bei der Tätigkeit versichert. Eine Gegenleistung, wie eine Zeitgutschrift, die später für die eigene Unterstützung eingelöst werden kann, ist in diesen Modellen nicht vorgesehen.

Bei den vorgestellten Kölner Konzepten fehlt ein einheitliches Dokumentationssystem, mit dem der Umfang des Engagements bezogen auf eine Gemeinde belegt werden könnte. Die Freiwilligenarbeit, wie sie im Freiwilligensurvey im Auftrag des BMFSFJ (2014) im Rahmen einer repräsentativen Telefonbefragung erfasst wird, ist ein statistischer Wert, der lediglich nach „siedlungsstrukturellen Kreistypen“ geordnet werden kann.

2.2. Unentgeltliche Arbeit mit feldspezifischer Einbindung

Auch das Engagement Ehrenamtlicher mit feldspezifischer Einbindung in die Seniorenarbeit bzw. die Altenhilfe findet in Köln in verschiedenen Formen statt. Hier können im Wesentlichen folgende zwei Arten identifiziert werden.

SeniorenNetzwerke
Dieses gleichnamige kommunal geförderte Programm, bei Wohlfahrtsverbänden angesiedelt, schafft Gelegenheitsstrukturen, in denen Senioren*innen zusammenkommen können, um gemeinsam etwas zu tun (vgl. hierzu Herrmann 2017). In Analogie zu KISS-Schweiz könnte man sagen, SeniorenNetzwerke produzieren sozialen Kitt. Den Anstoß zur Selbsthilfe gegen Vereinsamung und andere Gefahren des Älterwerdens sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben geben Hauptamtliche. Nach ca. drei Jahren soll das Netzwerk selbständig ohne hauptamtliche Unterstützung agieren und ist dabei frei, sich eine Struktur zu geben und Hilfe von Patenorganisationen sowie Servicestellen anzunehmen. Durch die Netzwerkarbeit entwickeln sich, je nach Stadtteil, verschiedene Gruppen. In Köln gibt es 86 Stadtteile, perspektivisch soll in jedem Stadtteil ein SeniorenNetzwerk mit mehreren Gruppen und verschiedensten Aktivitäten entstehen. 2020 gibt es 42 SeniorenNetzwerke. Die Hauptamtlichen haben außerdem die Aufgabe, eine sog. Stadtteilkonferenz, in der alle Akteur*innen der Altenhilfe zusammenarbeiten, anzustoßen und die Begleitung zum Ende der drei Jahre in verantwortungsvolle Hände zu übergeben.

Entlastungsdienste
Ehrenamtliche dieser Dienste, meist in Regie von Wohlfahrtsverbänden, entlasten Angehörige bei der Pflege von Demenzkranken (z. B. DUO, Caruso). Die aktuell neun Dienste (je Stadtbezirk einer) vermitteln mit von der Stadt gefördertem Personal Freiwillige in Haushalte, in denen Demenzerkrankte leben und gepflegt werden. Durch Leistungen der Pflegekasse sind die Demenzkranken in der Lage, den Freiwilligen mit einer Aufwandsentschädigung für die geleistete Stunde zu versehen. Vor diesem Hintergrund würden manche Fachleute diese Dienste nicht als „unentgeltlich“ im engeren Sinne bezeichnen. Unabhängig von einer rechtlichen Bewertung zählen diese Hilfen aber sicherlich nicht zum professionellen/entgeltlichen System häuslicher Pflege, sondern ergänzen dieses mit Laienhilfe.

Diese beiden Kölner Arbeitsansätze zeichnet aus, dass sie entweder ihren Schwerpunkt auf sozialen Kitt (SeniorenNetzwerke) oder auf Tandems (Entlastungsdienste) legen.

In der Kölner Seniorenarbeit und Altenpflege werden „Kitt“ und „Tandem“ derzeit meist getrennt gedacht. Die Konzeption der Kölner SeniorenNetzwerke geht von persönlichen Netzwerken mehrerer Menschen aus und nicht davon, dass auch Unterstützungstandems systematisch initiiert werden könnten. Bei den Entlastungsdiensten ist es umgekehrt: Tandems werden nur begrenzt durch sozialen Kitt ergänzt, zum Beispiel in Form von Demenz-Cafés. Die systematische Zusammenführung von „Kitt und Tandem“, sozialarbeiterisch gesprochen von Gruppenarbeit und Einzelfallhilfe, könnte eine konzeptionelle Bereicherung der Seniorenarbeit bzw. der Altenpflege in Köln sein.

Zielgruppenspezifisches, unentgeltliches Engagement gibt es nicht nur in der Seniorenarbeit bzw. Altenpflege, sondern darüber hinaus in fast allen Feldern der Sozialen Arbeit, z. B. in der Flüchtlingsarbeit, Behindertenhilfe und bei der Aidshilfe.

2.3. Selbsthilfegruppen

Auch in gemeinschaftlicher Selbsthilfe wird viel unentgeltliche Arbeit geleistet. Wegen der hochgradig differenzierten Anlässe für gesundheitliche Selbsthilfe in Gemeinschaft fehlt meist der nachbarschaftliche Bezug innerhalb einer Stadt. Allenfalls Großorganisationen, wie beispielsweise die Deutsche Rheuma-Liga, sind auch kleinräumig tätig. Soziale Selbsthilfe ist in Köln seltener anzutreffen, hat dem gegenüber aber öfter einen nachbarschaftlichen Bezug.

Gemeinschaftliche Selbsthilfe gibt es als eingetragene Vereine, aber oft auch als Gruppen, die sich keine Rechtsform gegeben haben. Meist baut eine Gründerpersönlichkeit oder -gruppe die Selbsthilfeaktivitäten auf. Unterstützung erfahren diese Gruppen durch die örtlich geförderte Kontaktstelle, die in Köln auch mit KISS (Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfe) abgekürzt wird. Diese Kontaktstelle vermittelt u. a. Einzelpersonen an bestehende Gruppen oder unterstützt Einzelpersonen bei der Gründung einer Selbsthilfegruppe.

Selbsthilfe fokussiert auf Gruppenarbeit, in der idealerweise „Geben“ und „Nehmen“ nach einer Anfangsphase ausgeglichen ist. Manche Gruppen gestalten auch Events und damit sozialen Kitt im Sinne von KISS-Schweiz. In Köln gibt es einen Selbsthilfebeirat, der in der Kommunalen Gesundheitskonferenz mitarbeitet.

3. Aus dem Vergleich identifizierbare Lernfelder

Welche Lernfelder können für Wissenschaft und Praxis aus dem Vergleich der beiden betrachteten Systeme der organisierten Nachbarschaftshilfe identifiziert werden? Aus meiner Sicht könnten besonders die folgenden vier Themenfelder in der Seniorenarbeit und der Altenpflege interessant sein:

3.1. Genossenschaften und organisierte Nachbarschaften

Um mich der Beantwortung der Leitfrage zu nähern, ob die Schweizer Genossenschaftsidee in der Kölner Seniorenarbeit und Altenpflege, und vielleicht darüber hinaus in Deutschland, produktiv verhandelt werden kann, versuche ich mir die immer wieder auftauchende Anziehungskraft von Genossenschaften für Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen zu erklären.

Zentral verantwortlich dafür scheint der demokratische Charakter oder, wie der Genossenschaftsexperte Burghard Flieger es nennt, „die anderen Governance-Strukturen von Genossenschaften“ zu sein, die diese Rechtsform heute wieder attraktiv machen. Neben den vier Grundprinzipien (Förder-, Identitäts-, Demokratie- und Solidaritätsprinzip) hebt Burghard Flieger [5] immer wieder hervor: Die Pflichtbeteiligung aller Mitglieder, die gesetzliche Rücklage, die verteilten Rollen von drei Organen (Vorstand, Aufsichtsrat und Generalversammlung) sowie die regelmäßige Pflichtprüfung durch einen Prüfungsverband. Diese Faktoren implizieren eine besondere Lenkungs- und Organisationsform, die die Genossenschaft vor allen anderen Unternehmensformen bzw. zivilgesellschaftlichen Organisationsformen auszeichnet.

Trotz dieser modernen Merkmale einer Organisation spielen Genossenschaften, wie bereits eingangs hervorgehoben, weder in der Seniorenarbeit bzw. in der Altenpflege noch in der Zivilgesellschaft in Deutschland praktisch eine Rolle. Auch nach der Reform des Genossenschaftsrechts hat sich daran nicht grundsätzlich etwas geändert.

Die Ursache für die Bevorzugung der Rechtsform des eingetragenen Vereins in Deutschland liegt vermutlich darin, dass das deutsche Genossenschaftsrecht noch komplizierter als das schweizerische ist. Der Arbeitsaufwand zur Gründung einer Genossenschaft ist wesentliche größer als die Gründung eines Vereins bzw. einer GmbH. In Deutschland lohnt sich die Gründung einer Genossenschaft insbesondere dann, wenn man bei vielen Menschen und Organisationen Eigenkapital einsammeln will, um damit demokratisch zu wirtschaften.

Das ist bei Nachbarschaftshilfen, anders als zum Beispiel bei Wohn-, Pflege- und Hospizprojekten, nicht der Fall. Organisierte Nachbarschaftshilfen sind kein klassisches Geschäftsmodell (vgl. Flieger 2016). Nur die wenigsten könnten für diese Hilfen/Dienstleistungen adäquate Marktpreise bezahlen. Weder die Kommunen noch die Pflegeversicherung versetzen die Menschen in die Lage, diese Hilfen oder Dienstleistungen einzukaufen. Wenn die Währung „Geld“ nicht bzw. nicht hinreichend zur Verfügung steht, bleibt die Währung „Zeit“ als Alternative (siehe unten).

Die wenigen in Deutschland bestehenden eingetragenen Nachbarschaftsgenossenschaften [6] unterhalten alle, soweit ich es richtig überblicke, neben den häuslichen und geselligen Angeboten auch eine Tagespflege oder ein Betreutes Wohnen. Diese Genossenschaften handeln als Unternehmen der teilstationären Pflege bzw. als Vermieterin von Wohnraum und ergänzen dieses Kerngeschäft lediglich mit organisierter Nachbarschaftshilfe. Für die organisierte Nachbarschaftshilfe in diesem Rahmen sind Zeitaufschreibungen nach meiner Beobachtung nicht anzutreffen. Dort, wo organisierte Nachbarschaft das „Kerngeschäft“ ist bzw. sein soll, sind genossenschaftliche Lösungen oft gescheitert und deshalb nur selten anzutreffen (vgl. Flieger 2016).

Auch wenn Nachbarschaftshilfen kein Geschäftsmodell sind, könnte diese Organisationsform für selbsthilfeinteressierte bzw. auf Eigenproduktivität orientierte Menschen attraktiv sein, die das innovative Potenzial genossenschaftlichen Wirtschaftens explizit entwickeln wollen (vgl. Elsen 2017). Susanne Elsen betont in diesem Zusammenhang die „hybride Mischlogik“ des „sozial eingebundenen Wirtschaftens“ (ebd., 139) bzw. eine „lebensweltlich verankerte Form des Wirtschaftens“ (ebd., 138). Aus dieser Perspektive kommt hinzu, dass der Verein, meist als gemeinnütziger Verein aufgebaut, die Fürsorgementalität „wir für andere“ und nicht „wir für uns“ abbildet, was für selbsthilfeinteressierte Menschen eigentlich nicht passt.

3.2. Senioren- und Nachbarschaftsgenossenschaften als Träger organisierter Nachbarschaftshilfe in Köln

Es gibt in Köln 2020 weder Senioren- noch Nachbarschaftsgenossenschaften [7] in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft nach dem Genossenschaftsgesetz (GenG). Zur Situation dieser Art von Genossenschaften in Deutschland kann man ausführlicher zum Beispiel bei Burghard Flieger (2016) und bei Ursula Köstler (2017) nachlesen. In einem soziologischen Verständnis von Senioren- und Nachbarschaftsgenossenschaften sind auch Initiativen in anderen Rechtsformen gemeint (vgl. etwa die Definition bei Köstler 2017), die in Selbsthilfe gegenseitige Unterstützung praktizieren. Auch die gesundheitliche Selbsthilfe wird von einigen Wissenschaftlern als „genossenschaftsartig“ bezeichnet (vgl. z. B. Ahles 2017).

In Köln ist der eingetragene Verein die gängige Rechtsform. Die unter Abschnitt 2. genannten Beispiele könnten jetzt empirisch hinsichtlich ihrer „Genossenschaftsartigkeit“ analysiert werden. Nach meiner Einschätzung könnte man am ehesten bei den selbständigen SeniorenNetzwerken von „Genossenschaftsartigkeit“ sprechen. Vereine in Köln, die z. B. durch einen Hinweis in ihrem Namen auf ihre „Genossenschaftsartigkeit“ hinweisen, sind mir nicht bekannt.

3.3. Zeitgutschriften in genossenschaftlichen Nachbarschaftshilfen

Es gibt in Köln einen kleinen eingetragenen Verein, der mit Zeitgutschriften arbeitet. Die Entfaltung dieses Prinzips ist in Köln bzw. Deutschland, abgesehen von wenigen Ausnahmen, nie gelungen. Ursache dafür ist vielleicht, dass die Zeitgutschriften immer unter dem Gesichtspunkt der garantierten Einlösung der Gutschriften gedacht werden und die damit verbundenen Probleme schwer zu lösen sind. Die KISS-Schweiz hat sich von diesem Gedanken abgekoppelt und damit möglicherweise neue Perspektive eröffnet: Nämlich, die Sicherheit nicht aus einer rechtlichen Garantie zu schöpfen, sondern aus der speziellen „Governance“ von Genossenschaften. Dieser Grundgedanke rückt Genossenschaften als Träger von organisierter Nachbarschaft neu und anders ins Blickfeld.

Ausgehend von der Einschätzung, dass Menschen in Zukunft weniger bezahlte Arbeit haben werden und damit auch weniger Geld für Versorgung bei Hilfebedürftigkeit verwenden können, könnte die frei verfügbare Zeit dazu führen, dass die geldfreie „4. Säule der Versorgung“, wie sie in der Schweiz von KISS genannt wird, auch in Deutschland für mehr Menschen attraktiv sein wird. Die Kosten der professionellen, entgeltlichen Pflege in Pflegeheimen scheinen schon heute im Kanton Zug sehr viel teurer [8] als in Köln. Dabei gilt Nordrhein-Westfalen gemeinhin in Sachen Pflege als das teuerste Bundesland in Deutschland.

3.4. Finanzierungsprinzipien von Kommunen und Sponsoren:

KISS-Leistungen sind zwar kostenlos (Genoss*innen helfen Genossen*innen); die Kosten für die lokale Geschäftsleitung und die Koordination müssen aber sehr wohl finanziert werden. Dies scheint in der Schweiz entweder durch die öffentliche Hand bzw. Sponsoren zu gelingen. In Deutschland ist es extrem schwer, gerade Kosten für einen Overhead zu finanzieren. In der Anschubphase mag das gelingen, aber für den dauerhaften Betrieb bezweifele ich bei der bestehenden öffentlichen und privaten Förderlogik den Erfolg dieses Ansatzes für Köln bzw. Deutschland. Sicherlich gehört auch eine solche Förderlogik auf den Prüfstand, wenn erfolgreiche Modelle aus anderen Ländern für Deutschland nutzbar gemacht werden sollen.

4. Fazit: Wenn eine/r eine Reise tut, kann er/sie etwas lernen!

Obwohl die Schweizer*innen auch deutsch sprechen und man verführt sein kann, die Worte in sein gewohntes Denkschema einzuordnen, merkt man/frau bei näherer Betrachtung, wie unterschiedlich

  • Kultur und Rechtslage hinsichtlich Genossenschaften sind
  • die pflegerische Versorgung und ihre Finanzierung in den beiden Ländern ist
  • die Preissituation ist und wie sie sich bei den Menschen abbildet
  • die Diskussionen zwischen den Freiwilligenorganisationen sind
  • „Caring Communities“ verstanden werden können.

Stoff zum weiteren Nachdenken und Forschen gäbe es also weit über diesen Artikel hinaus! Für den mit der Studienreise verbundenen gedanklichen Anstoß sei dem Paritätischen und dem Entwicklungswerk aus Stuttgart hier nochmal ausdrücklich gedankt.

Neben dieser interkulturellen Anmerkung möchte ich die „Learnings“ der Studienreise sowie des nachfolgenden Vergleichs zusammenfassen:

Senioren- und Nachbarschaftsgenossenschaften sind als eingetragene Genossenschaften nach deutschem Genossenschaftsgesetz angesichts des hohen Aufwands, den diese Rechtsform erfordert, derzeit (noch) kein probates Mittel.

Wenn man dagegen den Genossenschaftsgedanken auf das Wirtschaften mit Zeit (gemessen in Stunden) erweitert, dann kann der Tausch von Zeit (dokumentiert in Zeitaufschreibungen), gesichert durch eine demokratische und stabile Organisationsstruktur wie einer Genossenschaft, sehr wohl Sinn machen. Anders ausgedrückt: Wenn Menschen keine oder nur wenig Versorgung kaufen können, haben sie immer noch Zeit, die sie für andere einsetzen können und später bei Bedarf zurückerhalten.

Ich gehe davon aus, dass in Zukunft immer weniger Menschen genug Geld haben werden, um die notwendige Versorgung einkaufen zu können. Wir werden alle unentgeltliche Hilfe geben, nehmen und organisieren – eben „organisierte Nachbarschaft“ praktizieren – müssen.

Insofern erachte ich den Gedanken einer „4. geldfreien Versorgungssäule“ in Genossenschaftsform als attraktiv und je nach weiterer gesellschaftlicher Entwicklung auch als notwendig.

Literatur

Ahles, Lisa (2017): Konkurrenz oder Kooperation? Genossenschaften und Perspektiven der Wohlfahrtsverbände. In: Schmale, Ingrid/Blome-Drees, Johannes (Hrsg.): Genossenschaft innovativ. Genossenschaften als neue Organisationsform in der Sozialwirtschaft. Wiesbaden, Springer VS, 111-136.

Elsen, Susanne (2017): Das innovative Potenzial genossenschaftlichen Wirtschaftens. In: Schmale, Ingrid/Blome-Drees, Johannes (Hrsg): Genossenschaft innovativ. Genossenschaften als neue Organisationsform in der Sozialwirtschaft. Wiesbaden, Springer VS, 135–144.

Fassbind, Susanna (2017): Zeit für Dich – Zeit für mich. Nachbarschaftshilfe für Jung und Alt. Zürich: rüffer & rub.

Flieger, Burghard (2016): Seniorengenossenschaften oder seniorenstützende Genossenschaften. In: Schmale, Ingrid (Hrsg.): Zur Diffusion der Genossenschaften in neue Geschäftsfelder. Münster: LIT Verlag, 15–20.

Herrmann, Carolin (2017): Zwischen Selbstvorsorge und Dienstleistung – Das Konzept der Kölner SeniorenNetzwerke. In: SOZIALwirtschaft 5/2017, 32–33.

Kluth, Winfried/Sieker, Susanne (2017): Sozialgenossenschaften aus dem Blickwinkel des Genossenschaftsrechts und des Gemeinnützigkeitsrechts. In: Schmale, Ingrid/Blome-Drees, Johannes (Hrsg): Genossenschaft innovativ. Genossenschaften als neue Organisationsform in der Sozialwirtschaft. Wiesbaden, Springer VS, 77–94.

Köstler, Ursula (2017): Seniorengenossenschaften: Bürgerliches Engagement als Hilfe zur Selbsthilfe. In: Schmale, Ingrid/Blome-Drees, Johannes (Hrsg): Genossenschaft innovativ. Genossenschaften als neue Organisationsform in der Sozialwirtschaft. Wiesbaden, Springer VS, 175–188.


Fußnoten

[1] In Deutschland wird der Begriff „Caring Communities“ meist komplexer verstanden, während er bei KISS-Schweiz eher pragmatisch zur Anwendung kommt.

[2] Mehr zur Firma froodas unter: https://www.froodas.ch/

[3] Mehr zu freinet unter: http://www.freinet-online.de/hp/freinet/page/342/willkommen

[4] Mehr zur Zeitvorsorge unter: https://unser-quartier.de/zeitvorsorge/

[5] Hier danke ich einem persönlichen Hinweis von Burghard Flieger

[6] Als Beispiele seien hier genannt: https://www.genomaar.de/ oder https://bocholter-bg.de/

[7] Das deutsche Genossenschaftsrecht kennt keine Sozialgenossenschaft als eigenständige Rechtsform (vgl. hierzu Kluth/Sieker 2017)

[8] Es wurde uns berichtet, dass ein Pflegeheimplatz in Zug monatlich zwischen 10.000 und 12.000 Franken koste.


Zitiervorschlag

Herrmann, Carolin (2020): Organisierte Nachbarschaftshilfe in Genossenschaftsform: Zur Übertragbarkeit des Modells „KISS-Schweiz“ auf kommunale Settings in Deutschland. In: sozialraum.de (12) Ausgabe 1/2020. URL: https://www.sozialraum.de/organisierte-nachbarschaftshilfe-in-genossenschaftsform.php, Datum des Zugriffs: 23.10.2020

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